English Cuisine – Endlich Klarheit bei cups, pounds und ounces

Kennt ihr das? Ihr habt Bock, was Schmausiges auf den Tisch zu zaubern und sucht im Internet nach Rezepten. Bei Chefkoch ist irgendwie nichts dabei, das euch anspricht und dann landet ihr zufällig bei dieser englischsprachigen Foodbloggerin, deren Cupcakes ganz fantastisch aussehen und angeblich „quick and easy to make“ sind. Oooder ihr habt ein Kochbuch von so einer berühmten amerikanischen Diät-Tante zu Hause (bekenne mich schuldig!) und auch, wenn die 100 Hochglanz-Fotos von der Frau nerven, die Rezepte sind echt lecker. Zumindest sehen sie lecker aus. Denn selbst mit guten Englischkenntnissen ist es manchmal eine komplizierte Angelegenheit, die Gerichte nach zu kochen. Wie viel genau ist denn nun 1 cup? Was zum Teufel sind 16 ounces? Und ist ein saucepan jetzt ein Topf oder eine Pfanne? Vor lauter googeln und nachschlagen kann man sich gar nicht mehr auf die eigentliche Sache konzentrieren. Mir ging das schon gefühlte hundert Mal so und deswegen gibt’s jetzt eine Liste mit den wichtigsten englischen Kochbegriffen. 

Mengenangaben

„Tassen“ und „Unzen“ – ich nenne sie auch gerne Geißel der Menschheit. Okay, eventuell übertreibe ich ein wenig, aber warum die Amerikaner lustig Volumen- und Gewichtsangaben durcheinander werfen, ist mir bis heute schleierhaft. Die USA sind eines von ganzen drei Ländern, die sich bis heute weigern, im Alltag das metrische System zu benutzen. Aber was solls, so habe ich schon ein Thema mehr, über das ich hier schreiben kann 😀

Cups
Cups werden häufig benutzt, um die Menge von Flüssigkeiten und trockenen Zutaten, wie Mehl oder Zucker, anzugeben. Man kann sie nicht einfach in Gramm umrechnen, denn es handelt sich dabei nicht um eine Gewichts-, sondern um eine Volumenangabe. Man braucht also zum Umrechnen auch die Dichte des zu messenden Materials und komm schon, auf so viel komplizierte Rechnerei kann man beim Kochen gern verzichten. Deswegen gibt es im Internet zahllose Tabellen, in denen die gängigsten Koch- und Backzutaten in Cups und Gramm angegeben sind. Bei zehn Tabellen hat man dann allerdings acht verschiedene Ergebnisse, was auch daran liegt, dass die amerikanische Cup ein winziges bisschen kleiner ist als die metrische/britische. Ernsthaft?! Ich mache gleich eine kleine Liste, mit den Maßen, die am häufigsten übereingestimmt haben, aber falls ihr mal nicht sicher seid, hier ein Tipp: 1 Cup Wasser sind ungefähr 240 Milliliter. So viel, wie in eure großen Kaffeetassen, die bei euch im Schrank stehen, reinpasst. Sind Zutaten in Cups angegeben, messe ich sie tatsächlich immer in so einer Tasse. Natürlich stimmt das nie aufs Gramm genau, aber das ist in der Regel überhaupt nicht nötig. Was auch geht: Ihr füllt die entsprechende Menge in einen Messbecher und markiert die Stelle mit Filzstift.

Mehl: 1 Cup = 130g
Zucker: 1 Cup = 200g
Butter: 1 Cup = 220g

Hier gibt es eine riesige Tabelle mit allen möglichen Nahrungsmitteln, falls ihr es doch mal genau wissen wollt.

Ounces
Zu Deutsch: Unzen. Hier haben wir wiederum eine Gewichtsangabe, deswegen lassen sich Unzen leicht umrechnen. Und zwar einfach den angegebenen Unzen-Wert mal 28. Beispiel: 3 Ounces = 84g. In Rezepten wird die Unze mit oz. abgekürzt.

Jetzt gibt es aber noch die Fluid Ounces – was wiederum ein Volumenmaß für Flüssigkeiten ist. Im Grunde braucht man die nie, sie werden für Inhaltsangaben auf Parfumflaschen verwendet, aber nur selten in Kochbüchern. Falls ihr das doch mal brauchen solltet: 1 Cup = 8 fl oz und 1 fl oz = 30 Milliliter.

Pound/lb
Nicht zu verwechseln mit unserem Pfund, womit immer ein halbes Kilogramm gemeint ist. Das amerikanische Pfund (abgekürzt mit lb) entspricht ca. 453 Gramm. Also einfach die angegebene Menge mit 0,45 multiplizieren. Beispiel: 2 Pounds = 0,9 Kilo oder 900 Gramm.

¼ lb = 113g
½ lb = 227g
¾ lb = 340g

Teaspoon + Tablespoon
Endlich mal was einfaches! Teaspoon (tsp abgekürzt) entspricht einfach einem Teelöffel. Das hier gebräuchliche Anhängsel „gehäuft“ oder „gestrichen“ sparen sich die Amerikaner meist.

Tablespoon (tbsp) heißt hier Esslöffel und wird auch genauso verwendet. Macht euch hier keine Gedanken über genaue Mengenangaben in Gramm oder Milliliter, nehmt einfach den entsprechenden Löffel oder vertraut auf euer Augenmaß.

To taste
Wörtlich: Zum (Ab-)Schmecken. In der Regel im Zusammenhang mit Gewürzen verwendet. Also am Schluss nochmal Salz reinballern und probieren, ob es zu viel war.

Scoop
Wörtlich etwa ein Schöpfer. Habe ich oft im Zusammenhang mit der Mengenabgabe für Proteinpulver gesehen – da meint das dann so einen kleinen Messlöffel voll und nicht etwa Muttis große Schöpfkelle. Eine sehr ungenaue Maßangabe.

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Zubereitung

Slices/sliced
Scheiben/in Scheiben geschnitten. Meist für Gemüse und Obst verwendet.

Chopped
Gehackt. Steht noch finely dabei, soll es eben fein gehackt sein.

Diced
Gewürfelt. Man könnte auch „mundgerechte Stücke“ dazu sagen.

Ground
Das hat mich am Anfang echt verwirrt. Ich dachte immer sofort an Grund und Boden. Natürlich hat es damit nichts zu tun, bei Lebensmitteln bedeutet das Wort gemahlen oder gerieben. Ground Flaxseed bedeutet also gemahlene Leinsamen. Das macht man in der Regel nicht selbst, sondern bekommt die Sachen schon so im Supermarkt. Soll man selbst etwas reiben oder schaben, steht grated dabei.

 

Temperaturangaben

„Preheat oven to 350° F“. Wie bitte? Wie viel Grad sollen das sein? In den USA rechnet man Temperaturen in Fahrenheit, weswegen einen der Wetterbericht im Urlaub dort ausflippen lässt. 1° Celsius sind nämlich stolze 33,8° Fahrenheit. Das ist aber eklig auszurechnen (nein, man rechnet nicht einfach mal 33,8 – siehe Wikipedia), deswegen gibt’s auch hierfür eine schlaue Umrechnungstabelle:

250° F = 120° C
300° F = 150° C
350° F = 180° C
400° F = 200° C

 

Gerätschaften

Skillet
Bratpfanne. Nonstick skillet meint die beschichtete Version.

Saucepan/Pot
Einfach ein Kochtopf. Pot ist meist die größere Variante, in der man auch Eintöpfe und sowas stundenlang vor sich hin köcheln lässt.

Baking dish/casserole dish
Bedeutet beides Auflaufform. Selten auch ovenproof dish oder soufflé dish.

Blender/food processor
Mixer. Stab-, Stand-, Handmixer – alles ist möglich. Food processor meint eine richtige Küchenmaschine.

Oven und stove
Ersteres ist tatsächlich immer der Backofen und letzteres der Herd.

 

Sonstiges

Knoblauch wird in cloves angegeben, pinch bedeutet Prise. Lemon zest ist die abgeriebene Schale einer Zitrone und http://www.dict.cc/ ist ein grandioses Wörterbuch, das ALLES weiß.

 

Habt ihr noch Fragen? Irgendeinen ganz wichtigen Begriff, den ich vergessen habe? Dann schreibt es doch in die Kommentare =) Ansonsten: Ran an den Herd und viel Spaß beim Kochen!

Bex

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